Marion Brown: Awofofora auf LP
Awofofora
Die gute alte Vinyl - Langspielplatte.
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- Label:
- Aguirre
- Aufnahmejahr ca.:
- 1976
- Artikelnummer:
- 12669833
- UPC/EAN:
- 0769791988811
- Erscheinungstermin:
- 1.5.2026
- Gesamtverkaufsrang: 2957
- Verkaufsrang in LPs: 994
Die 1970er Jahre waren Marion Browns intensivste Schaffensphase, eine Zeit, in der er versuchte, über den Free Jazz der vorangegangenen Ära hinauszugehen und persönlichere Ansätze für die Gestaltung von Improvisation und Komposition zu finden. Nachdem er 1967 New York verlassen hatte, um nach Europa zu gehen, begann Brown, seine Musik neu zu gestalten – zu einer, wie er es beschrieb, „bewussteren Art von Musik, die strukturierter war“ –, und sie so zu gestalten, dass sich Stimmungen und Stimmungen im Laufe der Zeit entfalten konnten. Alben wie „In Sommerhausen“, „Afternoon of a Georgia Faun“, „Geechee Recollections“ und „Sweet Earth Flying“ zeichnen diese Entwicklung nach: Rhythmische Strukturen rückten in den Vordergrund, die Harmonie trat in den Hintergrund, und die Komposition wurde zu einer Frage der Orchestrierung ineinandergreifender rhythmischer Teile, ähnlich wie bei polyphonen Linien.
Das 1976 erschienene Album „Awofofora“ ist ein übersehenes, aber entscheidendes Werk in dieser Entwicklung. Damals wurde es aufgrund der Verwendung von Funk- und Reggae-Beats, E-Gitarren und Grooves aus der zeitgenössischen afroamerikanischen Popmusik fälschlicherweise als Ausflug in den Jazz-Rock interpretiert. Im Rückblick entspricht es voll und ganz Browns Methodik. Wie er es beim Art Ensemble of Chicago bewunderte, kommt der Impuls aus der Gemeinschaft selbst. Hier filtert Brown afrokaribische Rhythmen und Funk durch seine eigene Sensibilität und abstrahiert deren strukturelle Qualitäten, anstatt einen oberflächlichen Stil zu übernehmen.
„La Placita“, das hier seine erste Aufnahme ist, schichtet markante rhythmische Phrasen übereinander, die an afrikanische Trommelensembles erinnern. Darüber entfalten Brown und der Trompeter Ambrose Jackson ausgedehnte Improvisationen. Der Standard „Flamingo“ wird durch diasporische Rhythmen und lyrische Soli neu gestaltet, während „Pepi’s Tempo“ und „Mangoes“ knackige Funk- und Reggae-Grooves nutzen, um durch kollektive Improvisation das zu erzeugen, was Brown als „Manifestation der Gemeinschaft“ bezeichnete. Selbst das nachträglich aufgenommene Solo „And Then They Danced“ spiegelt sein strukturelles Denken wider: Es gibt einer Duettkomposition für zwei Altsaxophone, die von einem einzigen Spieler gespielt wird, eine raffinierte neue Ausdrucksweise.
Dies war die einzige Aufnahme einer kurzlebigen Band, die 1976 bei Festivalauftritten das Publikum kurzzeitig spaltete. Doch Brown strebte trotz aller Veränderungen stets nach Einheit: unterschiedliche Klänge, dieselben Prinzipien – Rhythmus als Struktur, Melodie als Architektur, kollektive Improvisation und vor allem die Bedeutung des Tons. „Awofofora“ stellt keinen Bruch mit seinem bisherigen Stil dar, sondern eine lebendige Synthese der Elemente, die er seit den späten 1960er-Jahren verfeinert hatte. Die Grooves und die goldenen Altsaxophonlinien vermitteln einen Klang, der, in seinen Worten, „aus dem Leben und der Erfahrungswelt“ stammt.
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