Franz Liszt: Via Crucis auf CD
Via Crucis
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
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+Peter Cornelius: Seele, vergiss sie nicht; Requiem aeternam
- Künstler:
- Herbert Schuch (Klavier), Chor des Bayerischen Rundfunks, Peter Dijkstra
- Label:
- BRKlassik
- Aufnahmejahr ca.:
- 2025/2026
- Artikelnummer:
- 12780052
- UPC/EAN:
- 4035719005349
- Erscheinungstermin:
- 18.9.2026
Die Kirchenmusik, die Franz Liszt in seinen späten Lebensjahren schrieb, war stets neu, radikal und durchaus eigensinnig – im Repertoire wurde sie oft zu Unrecht übersehen. Nun hat sich der Chor des Bayerischen Rundfunks unter Leitung von Peter Dijkstra dem zu Liszts Lebzeiten nicht aufgeführten Zyklus VIA CRUCIS angenommen, an welchem der Komponist im Herbst 1878 unweit von Rom arbeitete, als Gast des Kardinals zu Hohenlohe-Schillingsfürst in der Villa d’Este in Tivoli. Die neue CD von BR KLASSIK präsentiert den Live-Mitschnitt eines außerordentlichen Konzerts vom April 2025 aus dem Münchner Prinzregententheater. Der Kreuzweg mit zumeist vierzehn Stationen der Passion Christi, von der Verurteilung über den Tod bis hin zur Kreuzabnahme und Grablegung, wurde über die Jahrhunderte an den überlieferten Schauplätzen in Jerusalem, auf Wallfahrten, weltweit in den katholischen Kirchen, unter Bildstöcken und an Kapellen im Freien oder auf den Kalvarienbergen gebetet. Franz Liszt dachte bei seiner Komposition vor allem an die Karfreitagsprozession im römischen Kolosseum, „an diesem Ort, dessen Boden mit dem Blut der Märtyrer getränkt ist“. Er schrieb seine 14 Stationen des Kreuzwegs für Solostimmen, Chor und Orgel (ursprünglich Klavier), begeisterte sich aber für die Idee, ein Harmonium in die Ruinen des Kolosseums zu tragen, um dort seine musikalischen Andachten singen zu lassen: „Ich wäre glücklich, wenn man dort diese Töne vernehmen könnte, die nur schwach die innere Bewegung wiedergeben, von der ich durchdrungen war, wenn ich, auf den Knien mit der frommen Prozession, mehr als einmal die lateinischen Worte wiederholte.“ Doch es blieb bei der Vorstellung: Sein Spätwerk VIA CRUCIS wurde weder einstudiert noch veröffentlicht und traf auf entschiedene Ablehnung bei den Gralshütern des erzkonservativen Caecilianismus. Erst mit fünfzigjähriger Verspätung, am Karfreitag des Jahres 1929, wurde das Werk in Budapest uraufgeführt. Liszt kannte den jungen Peter Cornelius, einen vielseitig begabten Komponisten, Geiger, Schauspieler, Lyriker, Librettisten und Feuilletonisten aus Mainz. Cornelius war in musikhistorischen Studien von Palestrina bis Bach fundamental geschult, als er sich Liszt und dem Kreis der „Neudeutschen“ annäherte. 1852 setzte er den Introitus der lateinischen Totenmesse „Requiem aeternam“ klassisch veredelt für Männerchor. Im selben Jahr legte ihm Liszt nahe, sich „mit aller Entschiedenheit auf die Kirchenmusik zu werfen“: ein Rat, den Cornelius freilich respektvoll ausschlug. Sein 1863 komponiertes Requiem hat nichts mit der katholischen Liturgie zu tun, sondern vertont ein Gedicht des Dramatikers Friedrich Hebbel: „Seele, vergiss sie nicht, Seele, vergiss nicht die Toten!“ – Beide Chorwerke Cornelius’ ergänzen die vorliegende CD.
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