Frank Martin: Kammermusik auf CD
Kammermusik
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
Klavierquintett; Streichtrio; Streichquartett
- Künstler:
- Ilona Timchenko (Klavier), Utrecht String Quartet
- Label:
- MDG
- Aufnahmejahr ca.:
- 2025
- Artikelnummer:
- 12568438
- UPC/EAN:
- 0760623238821
- Erscheinungstermin:
- 6.2.2026
- Gesamtverkaufsrang: 3031
- Verkaufsrang in CDs: 1278
Sehr überschaubar ist das Kammermusikschaffen Frank Martins, und doch überspannt es ein ganzes Künstlerleben. Zusammen mit der Pianistin Ilona Timchenko widmet sich das Utrecht String Quartet drei Schlüsselwerken, die Tradition und Moderne des 20. Jahrhunderts auf eindrucksvolle Weise zusammenbringen.
Als jüngstes von zehn Kindern wuchs Martin in einem calvinistischen Pfarrhaushalt auf, umgeben vom Musizieren im Kreis seiner älteren Geschwister. Sein frühes Klavierquartett aus dem Jahre 1919 spiegelt deutlich Einflüsse der Musik von Bach bis Franck wieder, allerdings immer wieder angereichert durch so manche Dissonanz, die weitergehende harmonische Ambitionen andeuten.
Martin stieß schnell an die Grenzen des traditionellen Dur-Moll-Systems, ohne jedoch die Bedeutung eines tonalen Zentrums zu negieren. Er kombinierte Schönbergs Zwölftontechnik mit einem feinen Gespür für Klang und harmonischer Raffinesse, was besonders in den beiden Ecksätzen des Streichtrios von 1936 deutlich wird.
Erst im Alter von 75 Jahren wandte Martin sich der Königsgattung der Kammermusik zu. Sein Streichquartett von 1966 vereint Inspirationen eines langen künstlerischen Werdegangs. Harmonie, Melodie und Rhythmus bilden die für Martins Musik so unverwechselbare Einheit, die das Utrecht String Quartet mit natürlicher Leichtigkeit zum Leben erweckt.
Rezensionen
„Ilona Timchenko und das Utrecht String Quartet spielen das Quintett mit großer Sensibilität und sorgen für stilistische Prägnanz, die sowohl seine eher traditionellen Elemente als auch diejenigen mit einem Hauch von Experimentierfreude hervorhebt... (Das Utrecht Quartet) spielt mit echtem Elan. Es findet trotz einer ganzen Reihe unterschiedlicher Einflüsse, die von Bach über instrumentalen Humor bis hin zu sehr subtil eingesetztem Zwölftonverfahren reichen...“ (transcentury.blogspot)„Das Utrechter Streichquartett lässt diesen Werken überzeugende Interpretationen angedeihen, die in der Totalen eher die introvertierte, gedämpften Farben der Musik in den Vordergrund stellen. Dabei differenzieren die Musiker insofern, als dass sie das deutlich harschere Streichtrio entsprechend unverhüllter expressiv begreifen. Dem 2. Satz des Klavierquintetts geht ein wenig der Menuettcharakter ab, der freilich angesichts eines notwendig raschen Tempos a priori ein Drahtseilakt ist. Sehr überzeugend das Finale des Streichquartetts in seiner etwas distanzierten Emotionalität. Ein informativer Begleittext rundet eine weitere gelungene MDG-Produktion ab.“ (Klassik Heute)
„Spannende Martin-Kammermusik. Frank Martin (1890 –1974) komponierte sein Quintett für Klavier und Streicher im Jahre 1919, als sich der Komponist von der Spätromantik abwendete, um eine Musik zu schreiben, die vom Impressionismus beeinflusst wurde. Das Quintett fällt auch deshalb auf, weil die Rolle des Klaviers im Vergleich zu anderen Klavierquintetten eher bescheiden ist. Doch aus dem Part holt Ilona Timchenko ein Maximum an Ausdruck heraus. Die Balance zwischen den Musikern ist durchweg gut, und die die Interpretation reicht vom zartesten Misterioso (besonders packend ist das Adagio) bis zu kräftigster Virtuosität.... Es sind also gute und interessante Interpretationen, die wir hier hören, und dieses ganze Martin-Programm kann man daher nur wärmstens empfehlen.“ (Pizzicato)
„... wieder einmal ist die Darbietung des Utrecht Quartetts wunderbar gelungen und besonders bewegend im dritten Satz Larghetto (des Streichquartetts). Die Aufnahme von MDG präsentiert die Darbietungen in beeindruckend lebendigem Klang.“ (Grammophone - Editors Choice)
"Frank Martin ist lange Zeit diskographisch sehr stiefmütterlich behandelt worden. Das gilt insbesondere für seine Kammermusik, allem voran für sein (einziges) Streichquartett (1966), das er gegen Ende seines Lebens komponierte. Es musste bis 2024 auf seine (fantastische!) Weltersteinspielung durch das Schweizer Quatuor Terpsycordes warten. Jetzt, zwei Jahre später, hat es auch das Utrecht String Quartet für sich entdeckt – und es liefert eine nicht minder faszinierende Lesart dieses Unikums, dem der Spagat gelingt, durch und durch modern zu sein, ohne dabei doch je modernistisch zu klingen. Im Unterschied zu ihren Schweizer KollegInnen wählen die Niederländer eher verhaltene und pastellfarbene Töne und betonen so die fragile Aura des Werks, über das Martin sagte: es handele sich dabei um absolute Musik und er habe darüber nichts weiter zu sagen. Noch „absoluter“ konzipiert ist sein (ebenfalls einziges) Streichtrio (1936), das eine Frucht von Martins Beschäftigung mit Schönbergs Zwölftonmusik ist. Diese wird aber nicht übernommen, sondern harmonisch freitonalen und nicht streng atonalen Gesetzen unterworfen. Es ist ein dichtes, anspruchsvolles Werk, für das die Utrechter ebenfalls die richtigen – und hier viel strengeren – Töne finden. Und auch das frühe Klavierquintett (1919) ist ein Genre-Unikat in Martins Oeuvre. Es bietet eine gelungene Melange aus Spätromantik, barocken Formen und Reminiszenzen an Bachs „Matthäus-Passion“. Fazit: drei Werke, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten, in durchweg überzeugenden Lesarten." (Musik & Theater, Burkhard Schäfer)
Disk 1 von 1 (CD)
Quintett für Klavier und Streichquartett
-
1 1. Andante con moto
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2 2. Tempo di Minuetto
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3 3. Adagio ma non troppo
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4 4. Presto
Trio für Streichinstrumente
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5 1. Grave
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6 2. Très vif et soulant
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7 3. Très lent
Streichquartett
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8 1. Lento
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9 2. Prestissimo
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10 3. Larghetto
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11 4. Allegretto leggero
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