Visible Cloaks: Paradessence (Limited Indie Edition) (Silver Vinyl) auf LP
Paradessence (Limited Indie Edition) (Silver Vinyl)
Die gute alte Vinyl - Langspielplatte.
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- Label:
- RVNG
- Artikelnummer:
- 12635039
- UPC/EAN:
- 0747742388057
- Erscheinungstermin:
- 22.5.2026
»Paradessence«, das dritte Album von Visible Cloaks, ist ein Werk der Entstehung und Illusion. Die vierzehn Songs des Albums verschieben, heben und schimmern vor einem schwach leuchtenden Hintergrund der Nacht, einem höhlenartigen Raum, der durch spärliche hyperreale Darstellungen der natürlichen Welt geformt wird.
Die Arrangements sind gleichzeitig grandios und zerbrechlich, sowohl eine Umkehrung als auch eine Kulmination dessen, was zuvor kam, und so abenteuerlich wie alles, was sie bisher produziert haben. Seit ihrer Umwandlung von Cloaks zu Visible Cloaks im Jahr 2014 haben Spencer Doran und Ryan Carlile eine komplexe Matrix gegensätzlicher Konzepte entworfen: organisch und künstlich, zufällig und bewusst, authentisch und repliziert.
Der Albumtitel, der aus dem satirischen Portmanteau des Autors Alex Shakar aus »paradox« und »essence« stammt, spiegelt diese Spannungen direkt wider: Die Paradessence von Konsumgütern ist der »schismatische Kern«, der ihre Attraktivität ausmacht (in Shakars Beispiel ist Kaffee begehrt, weil er gleichzeitig entspannend und anregend wirkt). Der Balanceakt von Paradessence verleiht diesen Spannungen eine größere Dringlichkeit, da das Leben im 21. Jahrhundert durch eben diese Spannungen neu geordnet wird. Stille ist ein wichtiger Charakter in Paradessence, der nicht nur in der Gestaltung des Klangs zu spüren ist, sondern auch in dem Druck, den er auf alles und alles, was entsteht, ausübt. Die Gruppe ließ sich vom Konzept des »positiven Raums« des Architekturtheoretikers Christopher Alexander beeinflussen, einer Idee, dass der Form der Leere um ein Objekt herum die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt werden kann wie der Konstruktion des Objekts selbst. Wir hören, wie Klänge ihre eigene Stille in sich tragen, zwischen Existenz und Nicht-Existenz oszillieren und wie Mikroorganismen Lebenszyklen durchlaufen.
Die Instrumente, die Paradessence untermauern, haben etwas Kollektives an sich. Sie bewegen sich wie eine Herde, so wie wenn der Wind über ein Feld voller Blätter weht und die Luft in der Abwesenheit von Bewegung sichtbar wird; mehrere Arten leben in derselben Melodie zusammen, treten hervor, ziehen sich zurück und verwandeln sich im Laufe von mehreren Minuten. »Anstatt Stücke zu schaffen, die horizontal als Umgebungen funktionieren«, sagt Doran, »wollten wir sie als lebendes Material konzipieren, das sich im Raum verändert und ständig im Fluss ist.« Die Songformen entfernen sich von der Atmosphäre und tendieren zur reinen Abstraktion. Utopismus schwebt am Rande; eine Beziehung zu imaginären Zukünften, die weder naiv, zynisch noch nostalgisch ist. Die Welt, die Visible Cloaks im Laufe der Zeit aufgebaut haben, wird oft von Mitwirkenden physisch umgesetzt, von denen eine vertraute Besetzung für Paradessence zurückkehrt. Motion Graphics (Joe Williams) ist auf »synthetic woodwinds« zu hören und hat das Album mitgemischt, wobei er ihm mit seinem charakteristischen Glanz Kontur verliehen hat. Die miteinander verbundenen Stücke »Shapes« und »Thinking« wurden zusammen mit den Innovatoren der Umweltmusik Yoshio Ojima und Satsuki Shibano entwickelt, die auch mit dem Duo an der generationsübergreifenden FRKWYS-Kollaboration serenitatem gearbeitet haben. Das letztere Stück enthält einen von Ojima verfassten gesprochenen Text, der von Shibano auf Japanisch und von der Komponistin und langjährigen Freundin Félicia Atkinson auf Französisch gelesen wird. Das Componium Ensemble, Dorans Projekt für »unbestimmte Kammermusik« mit selbstspielenden Software-Instrumenten, bildet die Grundlage für »System« in einem Moment von Pessoa-scher Heteronymie. Auf dem Album ist auch Ioana Selaru zu hören, eine rumänische Komponistin und Violinistin, die »Intarsia« mit ihrer Stimme und ihrem Streicherspiel bereichert. Doran beschreibt ihre Zusammenarbeit als »eine Übung in illusorischer Präsenz«, die sie gemeinsam aus »der Idee entwickelt haben, ihr reales Instrumentenspiel virtuellen Instrumenten gegenüberzustellen, um die Grenzen zwischen synthetischen Streichinstrumenten und denen, die in der Realität existieren, zu verwischen«.
Selarus energiegeladene Darbietung in »Intarsia« ist ein deutlicher Beweis für den dramatischen Kern von Paradessence: ein dringliches skulpturales Unterfangen, ein Instrument und eine menschliche Stimme, moduliert von einem Meer synthetischen Wachstums. Doran beschreibt, wie für ihn »dieses Verschieben zwischen dem Realen und dem Virtuellen etwas ganz anderes einfängt, etwas Seltsames und Unbeschreibliches, das ein fester Bestandteil des Lebens in der digitalen Moderne ist, sowohl online als auch im realen Leben«. Es ist elektronische Musik, die nicht nur durch ihre wechselnden Formen eine abstrakte Darstellung unserer aktuellen Traumrealität heraufbeschwört, sondern auch imaginäre Räume schafft, die emotional nuanciert sind und zu Momenten der Anmut führen.
Tracklisting
LP
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1 Apsis
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2 Skylight
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3 Disque (ft. Motion Graphics)
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4 Balloon
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5 Slippage
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6 Zinna
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7 Telescoping (lockgroove Version)
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8 Shapes (ft. Yoshio Ojima and Satsuki Shibano)
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9 Thinking (ft. Félicia Atkinson, Yoshio Ojima and Satsuki Shibano)
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10 Swirl
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11 Steel
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12 Intarsia (ft. Ioana Elaru)
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13 System (ft. Componium Ensemble)