Godflesh: Decay auf CD
Decay
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
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- Label:
- Relapse
- Artikelnummer:
- 12872717
- UPC/EAN:
- 0781676765829
- Erscheinungstermin:
- 25.9.2026
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Preis |
|---|---|
| LP, (White Vinyl) | EUR 29,99* |
- Gesamtverkaufsrang: 1303
- Verkaufsrang in CDs: 582
„Musik ist für mich selten wirklich abgeschlossen“, sagt GODFLESH-Mastermind Justin Broadrick, „aber es muss einen Punkt geben, an dem Schluss ist. Kreativ gesehen braucht es Selbstdisziplin. Man muss einen Schlusspunkt setzen.“
Broadrick bezieht sich dabei vor allem auf den schwer greifbaren Prozess des Songwritings und der Ausarbeitung von Liedern in ihre verschiedenen möglichen Formen; doch ebenso gut könnte er damit das bevorstehende Ende von GODFLESH beschreiben. Nur drei Jahre nach dem hypnotischen, wuchtigen Sound von Purge, 25 Jahre nach einer ungewissen Auszeit, die die Band fast zu Fall gebracht hätte, und 38 Jahre nach der Gründung von GODFLESH machen sich Broadrick und sein langjähriger Mitstreiter, Bassist Ben Green, daran, diese kalte Welt mit ihrem zehnten und vorletzten Album – dem diesjährigen *Decay* – gnadenlos zu zermalmen. „Decay entstand im Rahmen derselben Sessions wie Purge“, erklärt Broadrick in Bezug auf die sechs Stücke der neuen Platte. „Es war ein riesiger Fundus an Songs. Ich wählte das aus, was meiner Meinung nach zu dem passte, was ich mit Purge erreichen wollte – mit der Absicht, die Stücke, die nicht hineinpassten, innerhalb eines Jahres nach der Veröffentlichung von Purge als neues Album herauszubringen. Leider vergingen zwei Jahre mit der Prüfung externer Labels, damit ich GODFLESH nicht mehr im Eigenvertrieb veröffentlichen musste; es dauerte jedoch sehr lange, bis ich ein passendes Zuhause gefunden hatte. Die Aufnahmen waren zwar im Kasten, aber wie bei mir üblich, habe ich noch einiges geändert, als ich mich später wieder damit befasste.“
Nun sind GODFLESH bereit, mit Decay eine noch gewagtere, düstere Klangwelt zu entfesseln. Diese Songs erscheinen kurz nachdem Broadrick öffentlich über eine schwere Bauchoperation berichtet hat, der er sich Anfang des Jahres unterziehen musste. „Glücklicherweise waren alle Aufnahmen für *Decay* schon lange vor der Operation abgeschlossen, einschließlich des Gesangs … auch wenn die Schlusspassagen einiger Songs erst aufgenommen wurden, als der Leistenbruch bereits bestand – und das war eine ziemliche Qual. Mir war schon klar, dass dieser typische GODFLESH-Schrei den Leistenbruch massiv verschlimmerte – ebenso wie jeder GODFLESH-Auftritt in der Zeit vor der OP, nachdem der Bruch aufgetreten war; verursacht wurde er übrigens größtenteils durch das jahrelange Schreien bei GODFLESH. Die Abmischung des Albums erfolgte erst nach der Operation. Ich hatte zwar noch Schmerzen und fühlte mich sehr unwohl, aber glücklicherweise ist GODFLESH für mich generell ein Ventil, um meinen Schmerz auszudrücken – wenn auch normalerweise eher auf mentaler, philosophischer und existenzieller Ebene, während es sich hier um körperlichen Schmerz handelte.“
Während der Mittelteil des Albums von fünfminütigen, hasserfüllten Grooves pulsiert, sieht Broadrick im zähen, schleimigen Opener „Master and Slave“ und dem sich dahinschleppenden Rausschmeißer „Consume Me“ den eigentlichen konzeptionellen Kern von *Decay*. „Die beiden Eckpfeiler von *Decay* sind für mich die wichtigsten Stücke. Sie sagen sozusagen alles aus; das Album hätte auch nur aus diesen beiden Songs bestehen können – zusammen machen sie immerhin die Hälfte der gesamten Spielzeit aus!“
Da sich die aktive Phase von GODFLESH dem Ende zuneigt, zeigt sich Broadrick dankbar dafür, dass er die Band stets als Ventil nutzen konnte, ganz nach seinem eigenen Willen. „Sie bringt meinen Schmerz zum Ausdruck, und ich habe einen Großteil meines Lebens Leib und Seele in diesen Ausdruck gesteckt. Ich schätze mich glücklich, denn GODFLESH ist für mich körperlich nicht mehr machbar und damit hinfällig geworden. Jetzt möchte ich mich aus diesen Zwängen lösen und mich kreativ neuen Ufern zuwenden – mit schwerer, ‚hässlicher‘ Musik.“