Marta Sánchez: For the Space You Left auf LP
For the Space You Left
Die gute alte Vinyl - Langspielplatte.
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- Label:
- Out Of Your Head Records
- Aufnahmejahr ca.:
- 2024
- Artikelnummer:
- 12638445
- UPC/EAN:
- 0199806956410
- Erscheinungstermin:
- 22.5.2026
- Gesamtverkaufsrang: 3268
- Verkaufsrang in LPs: 1100
Dieses Soloalbum mit präpariertem Klavier entstand in Phasen der Isolation und Einsamkeit, geprägt von zwei sehr unterschiedlichen emotionalen Welten. Die Musik nahm ihren Anfang 2017 während eines Stipendiums in MacDowell, wo ich mich mit der Absicht beworben hatte, mit Klavierpräparation zu experimentieren und mich einer lang gehegten Angst zu stellen: Solo-Klavier zu spielen. Ich hatte mich immer unwohl gefühlt, mich allein am Instrument zu öffnen, und ein Soloprojekt erschien mir als der direkteste Weg, dieser Angst zu begegnen – und daran zu wachsen. Damals wollte ich meine Kompositionssprache – aufgebaut auf Schichten, ineinandergreifenden Rhythmen und Kontrapunkt – in einen einzigen Klang übersetzen. Die Präparation wurde zur Lösung: Durch die Veränderung des Klavierklangs konnte ich mehrere innere Stimmen erzeugen und ein Instrument in ein kleines Ökosystem kontrastierender Texturen verwandeln. MacDowell war eine intensive und einsame Erfahrung. Ich lebte allein in einer abgelegenen Hütte, umgeben von Wäldern und Schneestürmen, und verbrachte oft ganze Tage, ohne jemanden zu sehen. Diese Isolation, verbunden mit einem Gefühl der Verletzlichkeit und Selbstzweifeln, prägte die dort entstandene Musik maßgeblich. Die Stücke aus dieser Zeit tragen eine stille Melancholie, Zerbrechlichkeit und eine unverfälschte Offenheit in sich.
Nach dem Stipendium widmete ich mich ganz anderen Projekten – Ensemblemusik, Quintettwerken – und die Solostücke blieben unvollendet. Erst mit Beginn der Pandemie nahm diese Musik wieder Fahrt auf. In den ersten Wochen des Lockdowns schrieb ich einer engen Freundin, dass es nun an der Zeit sei, sich endlich unseren Soloprojekten zu widmen. Wir forderten uns gegenseitig heraus, jede Woche ein Stück zu schreiben, und hielten uns so in dieser unsicheren Zeit gegenseitig motiviert und kreativ beflügelt. Wieder einmal schrieb ich in Isolation, doch der emotionale Kontext hatte sich verändert: Die in dieser Zeit entstandene Musik spiegelt eine intensivere Innenwelt wider, geprägt von Verlust, Liebe, Unsicherheit und existenziellen Fragen. Entspringen die MacDowell-Stücke Einsamkeit und mangelndem Selbstvertrauen, so entspringen die Pandemie-Stücke einer emotionalen Überforderung – obsessiven Kreisläufen, Abstraktion und einem gesteigerten Innenleben. Das Album zeichnet gemeinsam zwei Formen der Einsamkeit nach, betrachtet durch unterschiedliche emotionale Brillen. In der Anfangsphase wurde jedes Stück mit einer sehr spezifischen und komplexen Klavierpräparation geschrieben. Nach den ersten Live-Aufführungen zeigte sich jedoch, dass ein ständiger Wechsel der Präparationen zwischen den Stücken unpraktisch war und oft lange Pausen erforderte. Daraufhin überarbeitete ich das Konzept und entwickelte eine einfachere, flexiblere Präparation, die mit nur minimalen Anpassungen für den Großteil des Repertoires geeignet ist. Aus Rücksicht auf die Instrumente und die Veranstaltungsorte werden für alle Präparationen schonende, nicht-invasive Materialien wie Papier, Blu-Tack und Klebeband verwendet.