Diego Duron de Ortega: Officium defunctorum (1705) auf CD
Officium defunctorum (1705)
Herkömmliche CD, die mit allen CD-Playern und Computerlaufwerken, aber auch mit den meisten SACD- oder Multiplayern abspielbar ist.
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+Anonymus (17. Jahrhundert): Motette "Sciens Jesus"
+Sebastian Duron: Benigne fac Domine Versos Sanctus
+Nicolas Tabares de Olivera: Qum quatuor vocibus, para ministriles
+Joan Baptista Cabanilles: Tiento sobre el "In exitu Israel"
- Künstler:
- Capilla de Santa Ana, Real Capilla del Populo
- Label:
- Neos
- Aufnahmejahr ca.:
- 2025
- Artikelnummer:
- 12721036
- UPC/EAN:
- 4260063326042
- Erscheinungstermin:
- 19.6.2026
- Gesamtverkaufsrang: 5690
- Verkaufsrang in CDs: 2274
m Mittelpunkt dieses Albums steht eine der eindrucksvollsten Entdeckungen aus dem Musikarchiv der Catedral de Canarias: das Officium Defunctorum von Diego Durón de Ortega, entstanden im Jahr 1705. Alles deutet darauf hin, dass dieses doppelchörig angelegte Requiem für die feierliche Bestattung von Bischof Bernardo de Vicuña y Zuazo geschrieben wurde, der am 31. Januar 1705 auf Teneriffa starb – ein Opfer der verheerenden Erdbeben und Vulkanausbrüche, die die Insel in jenen Jahren erschütterten. Damit reiht sich das Werk in die große spanische Tradition der Totenmessen für hohe kirchliche Würdenträger ein und stellt zugleich eine der frühesten Manifestationen des polyphonen Begräbnisrepertoires im Kontext der Kanarischen Inseln dar. Diego Durón de Ortega (ca. 1653–1731) ist eine der prägendsten Figuren des spanischen Barocks. Mehr als fünfundfünfzig Jahre lang leitete er als Kapellmeister die Musikkapelle der Catedral de Canarias in Las Palmas de Gran Canaria – eine außergewöhnliche Amtszeit, in der er die Musikkultur der Inseln nachhaltig formte. Trotz zahlreicher Angebote aus Kathedralen auf dem Festland blieb er den Kanaren treu. Sein erhaltenes Œuvre umfasst rund 450 Werke: Messen, Motetten, Psalmen, Klagelieder und mehr als 400 Villancicos. Sein Stil verbindet die polyphone Strenge des Siglo de Oro mit den neuen expressiven Strömungen des italienisch geprägten Barocks und weist mitunter sogar Anklänge an die Folklore der Kanarischen Inseln auf. Neben dem Officium Defunctorum ist auf diesem Album auch die vierstimmige Motette Sciens Jesus von Durón zu hören, die die textliche Dramatik und melodische Ausdruckskraft seines Schaffens exemplarisch verdeutlicht. Ergänzt wird das Programm durch Werke dreier weiterer Komponisten, die das klangliche Umfeld Duróns beleuchten: Sein Bruder Sebastián Durón (1660–1716), Kapellmeister der Königlichen Kapelle in Madrid, ist mit den Versos zu Benigne fac Domine vertreten – ein Werk, das seinen verfeinerten, von italienischen Einflüssen geprägten Personalstil zeigt. Nicolás Tabares de Olivera, Kapellmeister der Kathedrale von Cuenca, steuert ein vierstimmiges Instrumentalwerk Cum quatuor vocibus für Ministriles bei, das polyphonen Techniken des 16. Jahrhunderts mit den mehrchörigen Neuerungen des 17. Jahrhunderts vereint. Den Abschluss bildet Joan Baptista Cabanilles (1644–1712) mit seinem Tiento sobre el „In exitu Israel“ – ein Werk des vielleicht bedeutendsten Vertreters der iberischen Orgeltradition, dessen kontrapunktische Dichte und formale Freiheit die Tasteninstrumentenmusik der Iberischen Halbinsel auf ihren Höhepunkt brachten. Gemeinsam zeichnen diese Werke ein lebendiges Bild der spanischen Sakralmusik um 1700 – zwischen polyphoner Tradition und barockem Aufbruch, zwischen dem Festland und dem weiten Atlantik.
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