Obdach, Kartoniert / Broschiert
Obdach
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- Fotos:
- Marko Lipus
- Verlag:
- Sonderzahl Verlagsges., 11/2026
- Einband:
- Kartoniert / Broschiert
- Sprache:
- Deutsch
- ISBN-13:
- 9783854497172
- Artikelnummer:
- 12756190
- Umfang:
- 212 Seiten
- Erscheinungstermin:
- 16.11.2026
Klappentext
Wie brüchig der gesellschaftliche Zusammenhalt in den wohlhabenden Ländern Europas ist, wird angesichts des Umgangs mit Armut deutlich. Obdachlosigkeit, als 'extremstes Phänomen der Armut' (Georg Simmel), betrifft allein in Österreich zehntausende Menschen, die durch den Verlust ihres Wohnsitzes oftmals aus allen gesellschaftlichen Strukturen fallen. Die Folgen sind sowohl soziale Isolation wie auch ein stark eingeschränkter Zugang zu den Möglichkeiten demokratischer Mitbestimmung. Anhand derer, die den Anforderungen der Leistungsgesellschaft nicht entsprechen, zeigt sich, dass die neoliberale Logik der Vereinzelung im Diskurs fortwirkt: Anstatt die strukturellen Bedingungen von Armutsgefährdung in den Blick zu nehmen, wird die 'Schuld' meist individuell problematisiert und Obdachlosigkeit aus der öffentlichen Wahrnehmung ausgeklammert. Diese Dynamik nahm der Fotokünstler Marko Lipuš zum Anlass, die Realität obdachloser Menschen in den Fokus zu rücken und als gesellschaftliches Problem sichtbar zu machen. Seine Serie 'Obdach', ausgezeichnet von der Kärntner Kulturstiftung, bedient sich sowohl des Mediums der Fotografie wie auch der Videoinstallation, um Obdachlosigkeit direkt im öffentlichen Raum zu zeigen. Begleitet werden diese Arbeiten von einem Essay von Eva Schörkhuber, der danach fragt, welche Konsequenzen die skizzierte neoliberale Art der Herstellung von Gemeinschaft hat: Was bedeutet es heute, zusammenzuhalten, und was könnte es bedeuten, wenn Zusammenhalt aus nationalen, kulturellen und / oder ethnischen Kategorien herausgelöst, keinen spezifischen wirtschaftlichen Interessen und politischen Konjunkturen mehr unterworfen wird? Wo könnten wir stehen, wenn wir global Verantwortung für die strukturellen Bedingungen von Armutsgefährdung übernehmen und längerfristig, 'sehenden Auges und wachen Herzens' zusammenstehen? Lässt sich eine Form sozialer Teilhabe praktizieren, die nicht von vornherein soziale, kulturelle und ökonomische Investitionen erfordert und daher ein gewisses Vermögen voraussetzt?
Anmerkungen:
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