Shoah (OmU)

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Shoah (OmU)

  • 4 DVDs i
  • Erscheinungstermin: 4.9.2009
  • Verfügbarkeit: Artikel am Lager

Detailinformationen

  • absolut MEDIENFrankreich, 1974-85
  • FSK ab 12 freigegeben
  • Bestellnummer: 7155457

Dokumentation, 566 Min.

Regie: Claude Lanzmann
Sprache: Englisch
Bild: 4:3
Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch
Specials: Booklet nur als PDF im ROM-Teil

Inhaltsangabe

Der französische Filmemacher Claude Lanzmann legte Mitte der 80er Jahre mit SHOAH eine der radikalsten und umfassendsten Filmarbeiten über die Vernichtung des europäischen Judentums im Nationalsozialismus vor. 12 Jahre Arbeit, 350 Stunden Material, 9 1 / 2 Stunden Film gegen das Vergessen.
Dabei verzichtet dieses epische Großprojekt auf Musik, auch auf jegliche Form des Kommentars und vor allem auf historisches Archivmaterial – auf die Bilder von Massengräbern, Gaskammern, von ausgemergelten Körpern. Im Mittelpunkt stehen nicht die Dokumente der Vergangenheit, sondern die Gegenwärtigkeit des Erinnerns.
Lanzmann besuchte die Orte der Vernichtung, die ›Todesfabriken‹ Chelmno, Belzec, Treblinka, Auschwitz und fand Orte vor, über die Gras gewachsen war. Daher die Insistenz, mit der er in Polen, in Israel, in den USA, in Deutschland letzte Augenzeugen der Katastrophe – seltene Überlebende der »Sonderkommandos«, Zuschauer und auch NS-Täter – ausfindig machte und zu Deportation und Lageralltag befragte.
Das Erlebte aber drängt mit aller Kraft ins Vergessen. Es bedurfte eines hohen, psychologisch geschulten Aufwands und einer ausgefeilten Fragetechnik, um die Befragten zum Sprechen zu bringen und ihnen zu entlocken, was nicht bewältigt werden kann. Ohne chronologische Anordnung und bewusst fragmentarisch präsentiert, ergeben die Interviews ein subtil gewobenes Geflecht ineinander verschränkter Perspektiven auf das Unbegreifliche.
40 Jahre nach Kriegsende fertig gestellt, erregte der Film Aufsehen und Bewunderung, lief auf etlichen Festivals, war mehrfach im Fernsehen zu sehen, in den 90er Jahren auf VHS erhältlich – und ist seitdem in Deutschland nicht mehr greifbar. Nunmehr 62 Jahre nach Kriegsende ist es höchste Zeit, dieses Monument historischer Aufklärung jenseits von Guido Knopp und Steven Spielberg in Deutschland auf DVD zugänglich zu machen.

Stimmen:
»Wir haben nach dem Krieg unzählige Berichte über die Ghettos, über die Vernichtungslager gelesen; wir waren erschüttert. Doch wenn wir heute Claude Lanzmanns außergewöhnlichen Film sehen, merken wir, dass wir überhaupt nichts gewusst haben.« (Simone de Beauvoir)

»Das eindrucksvollste, nachwirkendste Zeugnis einer Erinnerungsarbeit, die bisher über System und Praxis der nazistischen ›Endlösung‹ versucht wurde.« (Wolfram Schütte, Frankfurter Rundschau)

»Beispiellos qualvoll, beispiellos eindringlich … SHOAH dokumentiert Geschichte und – kaum weniger intensiv und schmerzhaft – das Sprechen über Geschichte.« (Klaus Kreimeier, epd Film)

»Der anspruchsvollste Film, der jemals über die Judenvernichtung gedreht wurde – SHOAH lässt den Zuschauer erstarren, überwältigt ihn, und hinterlässt schließlich – mit unendlicher Zartheit und Behutsamkeit – bei ihm eine Verletzung, eine Narbe. … SHOAH lehrt uns die Bedeutung des Wortes ›untröstlich‹.« (Jim Hoberman, The Village Voice)

Biografie:

Claude Lanzmann, geboren 1925 in Paris, studierte Philosophie und war Lektor an der Freien Universität Berlin. Als Journalist reiste er unter anderem nach China und Korea und engagierte sich gegen den Algerienkrieg. Seine Dokumentarfilme "Pourquoi Israel" (1972) und "Shoah" (1985) machten ihn weltberühmt. Er ist Ehrendoktor der Hebräischen Universität Jerusalem und der European Graduate School. Claude Lanzmann lebt in Paris.