Angel - Ein Leben wie im Traum
Angel - Ein Leben wie im Traum
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Angel - Ein Leben wie im Traum
Detailinformationen
Drama, 114 Min.
Regie: Francois OzonDarsteller: Romola Garai, Charlotte Rampling, Lucy Russell, Michael Fassbender
Filmmusik: Philippe Rombi
Sprache: Deutsch, Englisch
Tonformat: Dolby Surround Sound 5.1+DTS5.1
Bild: Widescreen
Untertitel: Deutsch
Specials: Interviews mit den Hauptdarstellern, geschnittene Szenen
Filmausschnitte/Videotrailer:
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Inhaltsangabe
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gelingt es der aus einfachen Verhältnissen stammenden Angel Deverell (Romola Garai), als Schriftstellerin Fuß zu fassen. Mit hemmungslosen Kitschromanen avanciert sie zur Rosamunde Pilcher ihrer Zeit. Mit blühender Fantasie und nervtötender Ignoranz erschafft sie sich das Luxusleben, von dem sie immer träumte. Angel steigt zum Superstar ihrer Zeit auf. Alles scheint vollkommen, als sie Esmé (Michael Fassbender), den Mann ihres Herzens trifft. In dem talentierten, wenn auch erfolglosen Maler glaubt sie, einen Seelenverwandten gefunden zu haben. Doch auch Angel muss erkennen, dass sie das Glück nicht für immer für sich gepachtet hat ....Filmbewertungsstelle Wiesbaden: Besonders wertvoll
Es gibt nicht viele Regisseure, die es schaffen, in jedem Film ein neues Genre auszureizen, die bei der Stoffwahl anscheinend vollkommen freie Hand haben und denen es gelingt, noch aus der trivialsten Geschichte opulentes Kino zu zaubern. Ohne Frage zählt François Ozon zu dieser Film-Elite, und mit "Angel“ ist ihm ein weiteres Meisterwerk in seinem jetzt schon unglaublichen Oeuvre gelungen.
"Angel“ ist ein optischer Genuss, ist Kino par excellence. Virtuos hält Ozon seinen Film in einem riskanten Schwebezustand, nah an der Grenze zum Kitsch und zum schuldhaften Vergnügen, immer aber intelligent und erkenntnisreich. Die Verfertigung von Gefühlen, die Macht des Trivialen, die Träume vom großen Glück, die Bestseller-Industrie und die Widerstandskraft gegen die Schäbigkeiten der realen Welt, das sind die Themen von "Angel“. Zugleich zeigt uns Ozon eine Frauengestalt, die man nicht so schnell vergisst. Ihr Motto: "Das Reale interessiert mich nicht, nur das Schöne.“
Diesmal liegt der Reiz für den Betrachter nicht unbedingt im Mitfühlen, Mitleben mit den Protagonisten, sondern im durchweg eingehaltenen distanzierten Beobachten. In schönster Farbenvielfalt können wir der englischen Romanzen-Schriftstellerin Angel dabei zuschauen, wie sie in dieser angemessen überladenen Verfilmung eines Trivialromans der Schriftstellerin Elizabeth Taylor (1912 - 1975) aus dem Jahre 1957 ein Leben wie in einem Paradies führt, das für Außenstehende nichts weiter ist als eine Farce.
Echte Gefühle, wahres Leben haben in diesem Leben kaum einen Platz, sie werden verdrängt von einer Phantasie, die ihre Kraft aus der Verdrängung, der Vereinfachung, der kompletten Trivialisierung zieht. Wenn man sich auf diese Trivialität der Geschichte einlässt, dann erlebt man die hohe Kunst des Ausstattungsfilms, die übergroßen Gesten der Nachstummfilm-Ära, die großen Gefühle aus zweiter Hand, die mit etwas Distanz nur lächerlich wirken. Und gerade in diesem Risiko der vollkommenen Lächerlichkeit des Dargestellten liegt die Stärke dieser Ausstattungsorgie, die (bis zum Beispiel in die als solche mit künstlerischer Absicht erkennbaren Matte-Paintings bei den Auslands- und London-Reisen) eine Perfektion erreicht, wie sie im aktuellen europäischen Kino nur Ozon umsetzen kann.





