Siegfried Wagner (1869-1930): Die Heilige Linde
Siegfried Wagner (1869-1930)
Die Heilige Linde
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Uraufführung nach über 70 JahrenEr war ein Italien liebender Kosmopolit und bekennender Philosemit, und Goebbels charakterisierte ihn 1926 in seinem Tagebuch als: »Feminin, gutmütig, etwas dekadent.«
Siegfried Wagner, einziger Sohn Richard und Cosima Wagners, war eine romaneske Figur mit bizarren Zügen. Um 1927 war Bayreuth bereits ein Ort lebhafter nationalsozialistischer Umtriebe mit Siegfrieds Ehefrau Winifred im Zentrum. Siegfried betrachtete all das äußerst skeptisch und nicht nur sein Tod 1930 war der Grund dafür, dass es nach 1933 still um ihn wurde. So verwundert es auch nicht, dass sein 1927 entstandenes opus 15 »Die heilige Linde« erst 2001 auf Betreiben des WDR und cpo in Köln die konzertante Uraufführung mit anschließender Produktion erfuhr. Das vom Komponisten selbst verfasste Libretto siedelt die Handlung im alten Germanien zwei Jahrhunderte nach der Zeitenwende an, beschreibt eine Episode im Spannungsfeld der Kulturen. Doch das Germanentum feiert darin keine großen Triumphe, auch musikalisch gehört Wagners Zuneigung eher den intellektuell überlegenen Römern. Es ist eine seiner blühendsten und melodienreichsten Partituren geworden. Dagmar Schellenberger, Katalin Halmai, Roman Trekel, John Wegner und Thorsten Scharnke sind u. a. unsere Solisten, der WDR Rundfunkchor und das WDR Sinfonieorchester stehen unter der Gesamtleitung von Werner Andreas Albert. Ein Ereignis!





