Alexander Agricola (1446-1506): Madrigaux & Musique instrumentale

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Alexander Agricola (1446-1506)

Madrigaux & Musique instrumentale

  • CD i
  • Erscheinungstermin: 18.8.2006
  • Verfügbarkeit: Artikel am Lager

Detailinformationen

(Vokal- & Instrumentalmusik)
+Fabrice Fitch (geb. 1967):2 Stücke aus "Agricologies"

  • Künstler: Michael Chance, Ensemble Fretwork
  • Label: HMF , DDD, 2005
  • Bestellnummer: 2462037

Tracklisting

Details

Mitwirkende

  1. 1 Play Comme femme desconfortee 1
  2. 2 Play Comme femme desconfortee 2
  3. 3 Play Comme femme desconfortee 3
  4. 4 Play Comme femme
  5. 5 Play Se je fais bien
  6. 6 Play Pater meus agricola est
  7. 7 Play Tout a part moy
  8. 8 Play Si bibero
  9. 9 Play Si dormiero
  10. 10 Play Je nay dueil
  11. 11 Play De tous biens plaine 5
  12. 12 Play De tous biens plaine 3
  13. 13 Play De tous biens plaine 2
  14. 14 Play De tous biens plaine 1
  15. 15 Play De tous biens plaine
  16. 16 Play De tous biens plaine 4
  17. 17 Play Vostre hault bruit
  18. 18 Play Dung aultre amer 2
  19. 19 Play Dung aultre amer 3
  20. 20 Play Dung aultre amer 1
  21. 21 Play En actendant
  22. 22 Play Fortuna desperata

Produktinfo

Vom Außenseiter zum weltberühmten Komponisten
Als Teil des Herzogtum Burgunds erlebte Flandern im ausgehenden Mittelalter eine kulturelle Blütezeit. Besonders musikalisch wurden vom heutigen Belgien aus Maßstäbe gesetzt: Die franko-flämische Polyphonie gehört zu den Höhepunkten der Musikgeschichte, Komponisten wie Johannes Ockeghem, Josquin Desprez und auch Alexander Agricola waren zu Lebzeiten weltberühmt und gelten bis auf den heutigen Tag als unerreichte Meister ihrer Kunst.

Schon das Geburtsjahr des aus Gent stammenden Agricola ist unklar, nicht jedoch die für seine Zeit fragwürdigen Umstände seiner Herkunft: Sein Vater war Heinric Ackermann, Vermögensverwalter mit dubiosen Geschäftspraktiken, seine Mutter die vermögende Geschäftsfrau Lijsbette Naps. Verheiratet waren die beiden erst sehr viel später, Alexander Agricola und sein jüngerer Bruder Johann wuchsen als uneheliche Kinder auf. Schon damals war Geld ein ideales Schmiermittel, und großzügige Spenden der Mutter ebneten den Söhnen offensichtlich den Weg in die Chorschola der Kirche St. Nikolas, der andernfalls nicht leicht möglich gewesen wäre.

Bald schon war mütterliches Geld nicht mehr vonnöten, die eigenen außerordentlichen Fähigkeiten halfen dem jungen Agricola weiter. Einige Biographen wollen ihn ab 1470 am Hof der Mailänder Sforza-Herzöge sehen, historisch gesichert ist ab 1476 ein kurzzeitiges Wirken an der Kathedrale von Cambrai. Dann kam er als Sänger an den französischen Königshof, dessen Kapelle von Johannes Ockeghem, dem seinerzeit berühmtesten lebenden Komponisten, geleitet wurde. Er scheint sich dort hoher Wertschätzung erfreut zu haben, war allerdings offensichtlich kein besonders folgsamer Bediensteter. 1492 entfernte er sich ohne Erlaubnis aus dem Dienst, wie ein persönlicher Brief des Königs an Piero de Medici beweist, in dem er diesen aufforderte, Agricola unverzüglich nach Frankreich zurückzuschicken, sollte dieser sich in Florenz aufhalten. Es war damals unter den Fürsten ein beliebtes Spiel, sich gegenseitig die besten flämischen Sänger abzuwerben, und Agricola dürfte ein sehr begehrtes Renommierobjekt gewesen sein. Ab 1500 war Agricola Mitglied der Hofkapelle Philipps des Schönen. Mitte August 1506 ist Alexander Agricola in Valladolid gestorben, sein Dienstherr Philipp, inzwischen König von Spanien, hat ihn gerade um einen Monat überlebt. Besonders auf dem Feld der damals sich neu entwickelnden Instrumentalmusik hat Agricola in der Musikgeschichte eine vorantreibende Rolle gespielt. So ist es nicht verwunderlich, dass Fretwork für diese Einspielung in erster Linie Stücke ausgesucht hat, die ohne Text überliefert sind, also offensichtlich für den instrumentalen Vortrag bestimmt waren.